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Folge 5 · 11. Juli 2026 · 3 Min.

So macht dich KI schlauer: 4 einfache Regeln

Worum es in dieser Folge geht

Die Studie „Your Brain on ChatGPT“ (Kosmyna et al., 2025) zeigt: Wer erst selbst denkt und die KI dann dazu nimmt, bekommt die besseren Ergebnisse.

In dieser Folge bekommst du vier einfache Regeln und einen persönlichen Gedanken, mit denen du die KI als Sparringspartner nutzt und dir das Denken nicht abnehmen lässt.

Quelle: Kosmyna, N., Hauptmann, E., Yuan, Y. T., Situ, J., Liao, X.-H., Beresnitzky, A. V., Braunstein, I. & Maes, P. (2025). Your brain on ChatGPT: Accumulation of cognitive debt when using an AI assistant for essay writing task (Preprint). arXiv. doi.org/10.48550/arXiv.2506.08872

Transkript

Leicht redigiertes Transkript der Folge.

Muss es eigentlich so sein, dass wir bei der KI-Nutzung unser eigenes Denken verlernen? Und sollten wir die KI deswegen lieber vermeiden? Ich bin Christian, und ich zeige dir die Welt der künstlichen Intelligenz aus dem Blickwinkel der Psychologie. Ich freue mich sehr, wenn du ein Abo dalässt.

Wenn wir die KI richtig nutzen, macht uns die Technologie ja häufig schneller und eröffnet uns vor allem auch ganz neue Möglichkeiten. Es ergibt also total Sinn, sie zu nutzen. Die Frage ist nur: Wie nutzen wir sie richtig, ohne unser eigenes Denken dabei aufzugeben? Dazu gibt es total spannende Erkenntnisse, und zwar wieder aus einer Studie aus dem Jahr 2025.

In dieser Studie sollten die Probanden Texte schreiben, mal mit und mal ohne die Unterstützung von künstlicher Intelligenz. Es hat sich gezeigt: Wer dabei stark mit der KI zusammengearbeitet hat, konnte sich hinterher kaum an die eigenen Inhalte und Argumentationen erinnern. Ganz besonders gut abgeschnitten hat aber die Gruppe, die zuerst eine ganze Weile ohne die KI gearbeitet und sie erst dann dazugeholt hat. Sie hatten das Thema vorher schon gedanklich durchdrungen und waren deswegen in der Lage, der KI viel gezieltere und präzisere Anweisungen zu geben.

Die Frage ist also: Nutzen wir die KI als Partner, der unser Denken herausfordert und unsere Handlungsfähigkeit erweitert? Oder nutzen wir sie als Automaten, dem wir unser Denken praktisch einfach überlassen? Es gibt ein paar einfache Regeln, die uns dabei helfen, wirklich das Beste für uns herauszuholen.

Erstens: selbst denken, bevor wir die KI hinzuziehen. Denn wenn wir schon eine eigene grobe Idee im Kopf haben, wie das Ergebnis aussehen könnte, hilft uns das zu erkennen, ob die Antwort der KI in eine sinnvolle und auch von uns beabsichtigte Richtung geht. Und dann lenken wir die KI auch viel gezielter durch diesen Arbeitsprozess.

Zweitens: Wir fordern die KI auf, uns Fragen zu stellen, anstatt sie um eine Antwort zu bitten. Das nennt sich auch sokratisches Prompten, nach Sokrates, der seine Schüler zur Lösung geführt hat, indem er ihnen Fragen gestellt hat.

Drittens: Wir weisen die KI an, uns gezielt zu widersprechen. Denn wenn wir nach Gegenargumenten und nach Schwächen unserer eigenen Position fragen, hilft uns das, unsere blinden Flecken aufzudecken, also die Aspekte, an die wir noch gar nicht gedacht haben. Das heißt, wir können die Gegenargumente zu unserer Position von Anfang an mitdenken.

Und viertens: Wir bleiben der Architekt und behalten den Überblick über das große Ganze, also über die Struktur und über die wichtigen Entscheidungen. Die KI darf uns beim Ausführen helfen, aber der Bauplan und die große Idee kommen von uns, und die bleiben auch bei uns.

Ich würde noch ergänzen: Denken kann ja auch wirklich Spaß machen, denn ansonsten gäbe es keine Rätsel und auch keine Quizzes. Und ich finde, das dürfen wir auch im KI-Zeitalter weiterhin kultivieren.

Wie nutzt du denn die KI? Eher als Sparringspartner, der dich weiterbringt, oder häufiger doch eben auf Autopilot?

Und zum Thema Autopilot: Stell dir mal vor, es sind alle immer mit denselben KI-Tools unterwegs und übernehmen fast immer die Standardantworten und dieselben Texte. Was passiert dann eigentlich mit der Vielfalt von neuen Inhalten? Genau darum geht es in der nächsten Folge.