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Folge 7 · 29. Juli 2026 · 3 Min.

Klingst du schon wie ChatGPT oder Claude?

Worum es in dieser Folge geht

Alle schreiben plötzlich gleich. Wie schreibst du?

Wer KI nutzt, um Texte zu erstellen, klingt schnell wie alle anderen. Unsere „Stimme“ und unser Stil sind aber Bestandteil unserer Persönlichkeit, und oft kommt es gerade auf die kleinen Nuancen im Text an, mit denen wir den Unterschied machen. Wie viel von dir steckt noch in deinen Texten?

Transkript

Leicht redigiertes Transkript der Folge.

Klingst du schon wie ChatGPT oder Claude? Hi, ich bin Christian, und ich zeige dir hier die Welt der künstlichen Intelligenz aus dem Blickwinkel der Psychologie. Ich freue mich total, wenn du ein Abo dalässt.

Wenn du Beiträge liest, ganz besonders online: Fällt dir dann auch immer häufiger auf, dass überall dieselben Formulierungen und derselbe Ton verwendet werden, dass es sogar fast immer dieselben Emojis sind?

Alles klingt irgendwie gleich. Und zwar, weil die Leute KI nutzen, um ihre Texte zu verfassen. Ich denke mir manchmal: Wenn doch wenigstens der Stil dabei gut wäre. Aber das ist ganz oft, zumindest in meinen Augen, nicht der Fall. Denn das liest sich dann ungefähr so: „Die unbequeme Wahrheit ist: Es geht nicht um Technologie, es geht um den Menschen. Und das verändert alles, ein Game Changer.“ Ja, inklusive dieser langen Gedankenstriche, die wirklich kein Mensch freiwillig tippen würde.

Mir geht dieser plattitüdenhafte Stil ziemlich ordentlich auf den Zeiger, und mir macht es auch keinen Spaß, solche Beiträge zu lesen, von denen es aber natürlich immer mehr gibt. Denn wir alle wollen ja mit der KI schneller werden und mehr veröffentlichen, und dann nehmen wir uns immer weniger die Zeit für eine individuelle Note in unseren Texten. Und so geht die Vielfalt im Sinne des persönlichen Stils auch immer mehr verloren.

Das Ganze ist eines der Beispiele dafür, dass KI wirklich ein großer Gleichmacher ist. Denn wir alle nutzen dieselben wenigen Tools. Und diese Tools schreiben naturgemäß ähnliche Texte, weil sie immer die wahrscheinlichste Antwort ausgeben. Darauf sind ChatGPT und Claude und Gemini und wie sie alle heißen eben auch ausgelegt.

Ich habe persönlich eine Sorge: Wenn wir uns erst daran gewöhnt haben, dass alles in KI-Geschwindigkeit geht, dann gilt diese Geschwindigkeit bald als ganz normal, dann wird sie auch erwartet, und dann bleibt für selbst geschriebene Texte überhaupt keine Zeit mehr. Wer dann noch selbst formulieren möchte, ist einfach zu langsam.

Es wird ja auch immer die Frage gestellt, ob wir irgendwann von der KI möglicherweise ersetzt werden könnten. Ich glaube: Wenn wir wirklich nur noch die Maschine für uns sprechen und schreiben und vor allen Dingen auch denken lassen, dann machen wir uns gerade dadurch selbst überflüssig. Denn unsere Stimme und unser Stil, also die Worte, die wir wählen, sind wie ein persönlicher Fingerabdruck.

Und das hier ist überhaupt kein Rage gegen die KI. Ich finde es wirklich grandios, die KI für Recherchen, für Analysen und auch für Entwürfe zu nutzen. Aber spätestens dann geht es doch darum, Texte und Werke wirklich zu unseren eigenen zu machen und Nuancen zu setzen, die unsere ganz eigene Perspektive ausmachen.

Wie stehst du zum Stil der KI? Und ist dir dein persönlicher Stil beim Schreiben noch wichtig?

Im Gegensatz zu manchen dieser Texte bin ich schon oft beeindruckt davon, wie leicht es geworden ist, tolle Grafiken mit der KI zu erstellen. Das bringt ganz viele Vorteile, es verführt uns aber auch schon wieder. Und genau darüber sprechen wir in der nächsten Folge.